Über Bernhard Moestl

Fragen © Droemer-Knaur

Bernhard Moestl hat viele Jahre in Südostasien verbracht und sich intensiv mit der dortigen Alltagsphilosophie und Lebensweise auseinandergesetzt. Wohl deshalb gelingt es ihm wie kaum einem Anderen, den Wissensschatz der chinesischen Shaolin-Mönche auf unseren westlichen Alltag zu übertragen.



Lieber Herr Moestl, beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Spontan – wissbegierig – temperamentvoll

Was war der Auslöser für dieses Buch?

Mein Interesse, die wahren Mechanismen hinter dem Entstehen aber auch Verlieren von Macht zu verstehen.

Wie recherchieren Sie?

Durch Beobachtung und Gespräche. Ich beginne bei mir selbst und überlege mir zum Beispiel, was mich dazu bringt, anders auf eine Sache zu reagieren als ich es möchte. Und dann habe ich viele tolle Gesprächspartner, die immer wieder aufs Neue bereit sind, mit mir zu diskutieren und ihren Standpunkt darzulegen. Das gibt viele Einblicke in die Bedürfnisse aber auch Denkweisen von Menschen.

Welcher Aspekt bei der Recherche zu Ihrem Buch hat Sie am meisten überrascht?

Dass fast alle Mächtigen auf Grund der gleichen, immer vorhersehbaren Fehler untergegangen sind.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Bei der Schlacht im Jahr 621, als 13 Shaolin Mönche die übermächtige Armee des Generals Wang Shihong besiegten.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Franz von Assissi. In seiner Gegenwart würde ich wohl schweigen.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Zum Frühstück fahre ich nach Paris, Mittag esse ich in Istanbul und zu Abend in Hong Kong, möglichst mit Blick auf die Skyline.

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Schlechte Laune machen mir Menschen, die mich oder andere nicht in Ruhe lassen, Freude macht mir mein ganzes Leben.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Ich liebe dieses Leben.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

(Als erstes würde ich mir wünschen, dass ich beliebig viele Wünsche frei hätte und dann in Ruhe überlegen. Aber das ist nicht die Antwort, die Sie sich wünschen.) Mein wichtigster Wunsch wäre, dass die Menschen wieder lernen mit allen Wesen, die sie umgeben, in Achtung und Respekt umzugehen und sich wieder auf sich selbst besinnen. Dann würde ich mir wünschen, bei Bedarf jede Sprache der Welt in einem Tag lernen aber auch genauso schnell wieder vergessen zu können. Und als drittes ein langes, gesundes und weiterhin so glückliches Leben.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Natürlich habe ich das. Wenn alles klappt wird mein nächstes Buch ein Thriller.

Interviews mit Bernhard Moestl

Bernhard Moestl im Gespräch über Bewusstsein und Leadership, seine Bücher, das Leben in Shaolin und die Kraft des eigenen Denkens. Die spannendsten Interviews der letzten Jahre zum Nachlesen.