Nachahmung

Die Geschichte des Klosters Shaolin ist eng mit der Idee und der Technik der Nachahmung verbunden. Was als Natur-Beobachtung zur Schulung der Achtsamkeit begann, sollte in Verbindung mit menschlichem Geist zu einem der besten und effizientesten Kampfstile führen, den die Welt je gesehen hatte. Die größte Bedrohung für die ersten Mönche, die ihr Kloster im „Jungen Wald“ (chinesisch Shao Lin) errichtet hatten, waren neben Räubern die ursprünglichen Bewohner. Wilde Tiere, die den Wald und damit die Wege für die Mönche unsicher machten. Da vor 1500 Jahren keine Waffen verfügbar waren, musste anderes her. Warum aber nicht einen Tiger so abwehren, wie es andere Tiger auch tun? Die werden wohl wissen wie es geht. Die Mönche beobachteten die Kampftechniken der Tiere und setzten sie in eigene Bewegungen um. Die berühmten Tierstile waren geboren. Was gegen einen Tiger hilft, sollte gegen einen Räuber noch alle Mal reichen. Beobachte, imitiere, verbessere. Behalte was sich bewährt, ersetze, was sich nicht bewährt. Und bedenke: willst du einen Tiger besiegen, dann musst du ein Tiger sein. Lerne zu denken wie ein Tiger und zu handeln wie ein Tiger. Dann kannst du irgendwann seine Handlungen voraussehen. So ist es auch mit den Menschen. Übe zu handeln wie dein Gegner, lerne zu denken wie er denkt und du wirst verstehen, seinen Angriff zu vereiteln bevor er ihn selbst auch nur gedacht hat.

Voriger BeitragDie Freude der Fische
Nächster BeitragWas ist Glück?