Zwei Winde

Ein Zen-Meister erzählte seinem Schüler die folgende Geschichte. Eines Tages sprachen zwei Männern über den Wind. „Oh“, meinte der eine, „der Wind um Mitternacht ist immer so kalt." "Sei doch nicht so einfältig!", warf der andere ein. "Es ist doch vielmehr der Wind der Morgendämmerung, der uns so frieren lässt." Diese Bemerkungen ließen sie in einen heftigen Streit darüber geraten, welcher Wind kälter sei. Da sie zu keiner Einigung kamen, entschlossen sie sich, einen Mönch, der gerade des Weges kam zu fragen. "Wenn dir dein Leben etwas wert ist, dann sage uns, was kälter ist: der Wind um Mitternacht oder der Wind, der am Morgen bläst.“ „Ihr habt beide unrecht“", antwortete der Mönch, "denn beide Winde sind gleich kalt." Die beiden begannen sehr finster zu schauen und drohten dem Mönch mit der Faust. Dasagte dieser: "Ihr habt beide recht, denn beide Winde sind gleich kalt." Daraufhin lächelten die beiden Männer, rühmten ihn als weisen Richter gaben ihm zwei große Töpfe voll Gold und machten sich zufrieden auf den Weg.

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